Die Idee, einen Marathon zu laufen, begann nicht in Venedig – sondern an einem kühlen Oktobertag 2024. Beim Halbmarathon wurde mir zum ersten Mal klar: Ich kann das. Da geht noch mehr. Diese 21 Kilometer waren nicht das Ziel, sondern der Anfang.
Was folgte, waren sechs Monate konsequentes Training. 140-mal lief ich meine Hausrunde – bei Regen, Kälte und Müdigkeit. Jeder Schritt war ein Versprechen an mich selbst. Selbst ein Hundebiss konnte mich nicht stoppen. Kurz geschüttelt, weitergemacht. Aufgeben war keine Option.
Der Halbmarathon in Graz wurde zur Generalprobe. Mit einer Zeit von 1 Stunde und 55 Minuten setzte ich ein klares Zeichen: Ich war bereit. Doch ich wusste, die eigentliche Herausforderung lag noch vor mir.
Dann kam der 26. Oktober 2025. Venedig. Die Spannung lag in der Luft. Der Startschuss fiel – und ich lief. Ruhig, kontrolliert, fokussiert. Ich teilte mir meine Kräfte perfekt ein, Kilometer für Kilometer. Kein Einbruch, keine Krise – nur ein gleichmäßiger Rhythmus.
Dann kam die Brücke. Fünf Kilometer schnurgerade vom Festland nach Venedig. Kein Schatten, kein Ende in Sicht. Zäh, mental fordernd. Jeder Schritt wurde zur Herausforderung. Aber ich blieb dran.
Und schließlich: Venedig selbst. Hochwasser am Markusplatz, eine fast surreale Kulisse unter den Füßen. Doch ich lief weiter, getragen von der Atmosphäre und dem Ziel vor Augen.
Nach 4 Stunden, 19 Minuten und 24 Sekunden überquerte ich die Ziellinie.
Kein Traum mehr – Realität.












